Zentrumsnah Parken auf zwei Etagen

So viel steht fest: Ohne Entlastung der Ortsmitte von dauerparkenden Autos kann die angestrebte, verbesserte Aufenthaltsqualität für die Bürger nicht erreicht werden. Deshalb gehört der Bau einer Großgarage, die Platz für rund 80 Autos bietet, zu den Impulsprojekten mit Priorität 1.

Nachdem im November 2015 der Kauf des Parkplatzes in der Jahnstraße notariell beurkundet werden konnte und die Regierung von Niederbayern ihr O.K. zu der Maßnahme gegeben hat, kann im Dezember mit den Planungen des Objektes begonnen werden.

Geplant ist neben der Schaffung von Parkraum auch die Errichtung einer modernen Dienstleistungsetage "on top", in der sich Veldener Zahnärzte und Ärzte mit ihren Praxen niederlassen. Ob die Pläne eines integrierten Bürgerraums realisiert werden können, hängt von Kriterien und Umständen ab, die derzeit noch nicht geklärt sind.

Auf dieser Seite halten wir Sie über alles Wissenswerte rund um das Impulsprojekt "Parkgarage" auf dem Laufenden.

Aktuelles aus dem Gemeinderat zum Parkdeck
Medienberichte zum Parkhausprojekt in Velden

Planung für das Parkdeck – Fassade aus Tonziegelelementen

Das vom Markt geplante Parkhaus an der Ecke Jahnstraße-Bahnhofsstraße wird eine Fassade aus naturroten Ziegel-Lamellen bekommen. Darauf legten sich die Markträte am Donnerstag auf der jüngsten Sitzung des Gremiums einstimmig fest, nachdem Planer Peter Byrne aus Dorfen die aktuellen Überlegungen zur Fassadengestaltung detailliert vorgestellt hatte. Dabei beschrieb er die Ziegel-Lamellen als pflegeleichtes und zugleich dauerhaftes Material – eine Meinung, die im Gremium auf allgemeine Zustimmung stieß.

Das Projekt eines zentrumsnahen Parkdecks, das im Zuge des Ortsentwicklungskonzepts an der Jahnstraße mit Hilfe von Fördergeldern aus der Städtebauförderung errichtet werden soll, nimmt weiter Gestalt an. Unabhängig vom mittlerweile juristischen Tauziehen um die vorgelegte Bauleitplanung für das Parkhaus und die theoretisch möglichen zwei Büroetagen darüber, kümmerte man sich am Donnerstag im Marktgemeinderat um bauliche Details der beiden beschlossenen Parkdeck-Etagen. Es ging dabei um die vor allem für die optische Gesamtwirkung wichtige Frage der Fassadengestaltung. In einer allerersten Vorstellung der Planung für das Parkdeck hatte Architekt Peter Byrne noch eine Außengestaltung mit farbigen Aluminium-Lamellen ins Gespräch gebracht. Diese Überlegungen sind mittlerweile vom Tisch, wie am Donnerstag deutlich wurde. Stattdessen hatte Byrne ein maßstabsgerechtes Modell und Materialproben für eine mit Ziegel-Lamellen verkleidete Fassade dabei. Bei diesen „Baguettes“ genannten Elementen handelt es sich um lange Ziegelteile in nahezu beliebiger Formgebung, wie eine Mustersammlung deutlich machte. Für das Parkhaus in Velden konnte sich Byrne im Erdgeschoß flache, längliche Lamellen vorstellen, für das Obergeschoß schlug er quadratische Profile mit einem Hohlraum vor. Für die Farbgebung riet er dem Gremium zu einem natürlichen Ziegelrot .„Es soll für die Fassade ein Material sein, das lange hält und mit den Jahren eine natürliche Patina bekommt“, machte der Architekt zwei besondere Vorteile des Ziegelmaterials deutlich. Gleichzeitig seien die Profile leicht zu reinigen, wenn das notwendig sei. „Das Material gibt außerdem durch natürliche Farbnuancen dem Gebäude ein Aussehen, das einem Ziegelbau ähnelt. Dabei ist für das Parkhaus eine vergleichsweise offene Bauweise vorgesehen, wie am Donnerstag erneut deutlich gemacht wurde: Der Kern des Bauwerks besteht aus einer Betonkonstruktion, die Fassadenelemente werden an dieser Unterkonstruktion befestigt. Die durchlässige Fassade lässt einerseits einen Teil des Tageslichts ins Parkhaus, andererseits wird dadurch die Entlüftung der beiden Parkdecks ermöglicht, ohne dass eine eigene Lüftungsanlage installiert werden müsste. Angesichts des sich schwer und massiv anfühlenden Musters der quadratischen Ziegel-Fassadenelemente hatte auch keiner der Räte Zweifel an der Haltbarkeit des Materials. Unabhängig davon wies Architekt Peter Byrne darauf hin, dass man einzelne defekte Elemente jederzeit austauschen könne.

   

Holz nicht stabil genug

Auf die Frage aus dem Gremium, ob man auch die Verwendung von Holz für die Fassade untersucht habe, erklärte der Planer, dass Holz für diesen Einsatzzweck nicht stabil genug sei. Überdies sei unbehandeltes Holz mit seinem nach einiger Zeit grauen Farbton nicht jedermanns Sache. „Und wenn sie das Holz behandeln, dann haben sie dauernden Pflegeaufwand“, gab Byrne außerdem zu bedenken. Außerdem verziehe sich Holz als natürliches Material im Laufe der Zeit, was der Optik der Fassade nicht zuträglich sei. Weitere Fragen der Markträte beschäftigten sich mit der Gefahr, dass der Wind Geräusche an den Ziegelelementen der Fassade erzeuge, was Byrne für prinzipiell denkbar aber gleichzeitig auch jederzeit für behebbar hielt, falls es so sein sollte. Auf die Frage, ob die Unterkonstruktion aus Metall die schweren Elemente sicher tragen könne, antwortete Byrne mit einem klaren Ja. Auch eine Begrünung sei möglich, um beispielsweise die lange Gebäudefront entlang der Bahnhofsstraße optisch etwas zu unterbrechen, wie Markträtin Evi Härtl angeregt hatte. Bürgermeister Ludwig Greimel betonte mit Blick auf die vorgestellten Materialien der Fassade, dass es sich dabei keineswegs um Prototypen handle, sondern vielmehr um bewährte Elemente – die allerdings in der Gegend noch nicht sehr verbreitet seien. Ein optisches Beispiel für diese Technik sei das Rathaus von Taufkirchen. „Natürliche Materialien wie Ziegel stehen uns gut zu Gesicht“, zeigte sich Greimel überzeugt von der vorgestellten Fassadengestaltung. Es handle sich um ein absolut gängiges und praktikables Material, das modern und zugleich konservativ wirke. Gleichzeitig ging der Bürgermeister vor dem Hintergrund des Einspruchs gegen die Bauleitplanung auch auf den Baukörper als solchen ein: „Die lichte Höhe in der Bahnhofstraße ist bei der Realisierung der beiden Parkdecks unter vier Meter, in der Jahnstraße sind es etwa sechs Meter. Jedes Haus, das wir in einem Baugebiet genehmigen, ist höher.“ Selbst mit einem weiteren Aufbau wäre das Gebäude nach den Worten Greimels nicht höher als die Bauten der Umgebung – im Zuge der Bauleitplanung für das Parkdeck waren auch Überlegungen angestellt worden, über die beiden Parkdecks zwei weitere Etagen zu bauen, beispielsweise für Büros oder Praxisräume. Entsprechend sollte diese Möglichkeit in der vorgelegten Bauleitplanung offengehalten werden, auch wenn für diese mögliche Erweiterung noch keine konkreten Planungen oder Beschlüsse existieren. „Es wird immer gefordert, den Bodenverbrauch zu reduzieren und nachzuverdichten. Genau das wollen wir im Zentrum machen“, hob Greimel hervor. Die Kritik daran könne er teilweise nicht nachvollziehen. Nach diesem Exkurs zur generellen Intention für das Parkdeck und eventuelle weitere Baumaßnahmen darüber ließ der Bürgermeister die Mitglieder des Marktgemeinderates im Sinne einer Willensbekundung über die vorgestellte Fassadengestaltung der beiden Parkdeck-Etagen abstimmen. Dabei kam ein einstimmiges Votum für die vorgestellten Planungen zustande.

 

Quelle: Pressebericht in der Vilsbiburger Zeitung – Lokalteil Velden am 11. April 2017

Futuristische Architekturskizze Parkdeck
Futuristische Architekturskizze Parkdeck

Von Michael Betz

Velden. Das erste Großprojekt im Rahmen des Ortsentwicklungskonzepts für die Marktgemeinde nimmt Gestalt an: Auf der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates wurden erste Planungen für ein Parkdeck mit Büro- und Praxisräumen an der Stelle des bisherigen Parkplatzes an der Jahnstraße vorgestellt. Wie Bürgermeister Ludwig Greimel dabei betonte, seien diese Planungen nur als erste Grundlage zu verstehen, Details müsse man erst im weiteren Verlauf der Realisierung festlegen. Speziell die von Architekt Peter Byrne vorgeschlagene moderne Fassadengliederung mit Lamellen führte im Gremium auch zu skeptischen Wortmeldungen.

Rund 85 Stellplätze für Autos können nach den am vergangenen Mittwoch vorgestellten Planungen mit dem zweigeschossigen Parkhaus im Herzen der Marktgemeinde realisiert werden – der aktuell an dieser Stelle an der Jahnstraße vorhandene Freiluft-Parkplatz bietet nur einen Bruchteil dieser Kapazität. Angefahren werden könnte die untere Parketage von der Jahnstraße her, die obere von der etwas höher liegenden Bahnhofstraße aus. Aber nicht nur Parkraum will man mit dem neuen Großgebäude schaffen, das machte Planer Peter Byrne aus Dorfen den Markträten anhand der vorgestellten Planzeichnungen deutlich: Auch rund 1200 Quadratmeter Büro- und Praxisflächen werden auf die beiden Parketagen aufgesetzt. „Es ist eine schwierige Aufgabe, die unterschiedlichen Funktionen eines Parkdecks und von Büroflächen in ein Gebäude zu packen“, räumte Byrne dabei offen ein. Seine Lösung, um das Bauwerk dadurch nicht zu massiv erscheinen zu lassen, ist eine vorgehängte durchgehende Lamellenkonstruktion. Dadurch erreiche man gleich mehrere gewünschte Ziele: Zum einen die optische Gliederung des sonst zu massigen Baukörpers, zum anderen die Verkleidung und Sicherung der beiden ansonsten offen gebauten Parkdecks. „Durch die offene Bauweise ist die Lüftung kein Problem, die Lamellen dienen als Absturzsicherung. Bei geschlossenen Wänden müsste eine Lüftungsanlage eingebaut werden“, erfuhren die Markträte. Die genaue Farbe und Form der Lamellen sei zum gegenwärtigen Status der Planungen völlig offen, hob Peter Byrne hervor. Generell solle das Gebäude aber optisch nicht nur ein Parkdeck mit aufgesetztem Bürokomplex sein, machte der Architekt den Anspruch der Planung deutlich.

„Parkscheune“ passé

Auch Bürgermeister Ludwig Greimel betonte den momentan noch vagen Charakter der Pläne: „Wir brauchen eine gewisse Vorstellung von dem Vorhaben, bevor wir weitermachen können – das soll mit den vorgestellten Plänen erreicht werden.“ Die früher für das Projekt teilweise genutzte Bezeichnung „Parkscheune“ habe man mittlerweile ad acta gelegt, vielmehr solle das Gebäude einen städtebaulichen Aufbruchs-Charakter symbolisieren. Greimel brach in seiner Einschätzung des Vorhabens eine Lanze für die Kombanition aus Parkdeck und Bürofläche: „Den Platz nur für Parkplätze zu nutzen, wäre eine Vergeudung dieses wertvollen Raumes.“ Vom Gelände her, das an dieser Stelle teilweise leicht abfallend ist und eine Senke bildet, sei der Standort optimal. „Man braucht dadurch keine Rampen oder Auffahrten, das Gebäude wird trotz allem kein Klotz, der den Ort dominiert“, warb der Bürgermeister für die vorgestellten Grundzüge des Projekts. Laut der Zahlen des Planers wird das Park-Büro-Gebäude an der höchsten Stelle neun Meter hoch, an der niedrigsten ein wenig höher als sieben Meter.

Naheliegenderweise bestand bei den Ratsmitgliedern Gesprächsbedarf über die vorgestellten Planungen, vor allem in Sachen Lamellen-Fassade. Evi Härtl (FW) bekannte, dass ihr die vorgestellte Gebäudegestaltung zu modern erscheine. Ihr Fraktionskollege Eduard Poschinger ging weiter und forderte, dass man sich bei der Fassade etwas anderes überlegen müsse. Jakob Oßner (CSU) hielt die moderne Gestaltung jedoch durchaus für eine Option: „Moderne Städte zeichnen sich dadurch aus, dass moderne und historische Gebäude gleichermaßen vorhanden sind.“ Johann Reiter (FW) fragte nach wegen der Dachform, zumal Flachdächer vor Undichtigkeiten nicht sicher seien. Dazu meinte Peter Byrne, es sei aktuell zwar im Plan ein Flachdach eingezeichnet, daraus könne jedoch durchaus noch ein leichtes Pultdach werden. In diesem Zusammenhang wurde nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Planungen Vorschlags-Charakter haben, die Fassade noch nicht endgültig ist und weitere Details noch ausgearbeitet werden müssen. „Außerdem hat bei der endgültigen Festlegung der Gestaltung auch die Städtebau-Stelle der Regierung von Niederbayern etwas mitzureden, weil wir von dort schließlich Fördergelder erwarten“, machte Bürgermeister Ludwig Greimel noch deutlich. Eine förmliche Abstimmung über die Planungen erfolgte im Marktgemeinderat vor diesem Hintergrund nicht, die Planungen werden zunächst als generelle Diskussions- und Planungsgrundlage verwendet.