Veldener Schutzbedürftige.

Manche Denkmäler, so scheint es,
würden ab und an gern in der Erde versinken.

© Martin Gerhard Reisenberg (*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

Denkmale. Hinter jedem von ihnen, auch hinter denen im Markt Velden, stehen Menschen. Menschen, die bei ihren Planungen zur Verwirklichung ihrer Träume vermutlich mit ebensolchem Feuereifer bei der Sache waren wie heutige Bauherrn und Architekten. Und wenn man sich die Ergebnisse ihres schöpferischen Denkens und Schaffens anschaut, muss man darüber stauen, welche Meisterwerke vor Jahrhunderten ganz ohne Computeranimation, alleine mit Hilfe der Vorstellungskraft entstanden sind. Die Faszination, die von einem alten Gebäuden ausgeht, das über viele Jahreskreise hinweg liebevoll erhalten oder mit akribischer Sorgfalt wieder hergerichtet wurde - wer kennt sie nicht? Doch nicht jedem Objekt, das Denkmalschutz genießt, geht es gut. Nicht hinter allen stehen Menschen, die das Erbe ihrer Vorfahren für die nachkommenden Generationen erhalten wollen. Und manche (unfreiwilligen) Besitzer eines Baudenkmals wünschen sich, sie hätten auf das ererbte "Fass ohne Boden", das sich im Hinblick auf die Erhaltungs- und Sanierungskosten auftut, besser verzichtet. Dennoch lohnt sich nicht nur die theoretische Auseinandersetzung mit alten Gemäuern und ihren Geschichten, sondern auch das Anpacken von Problemen.

Entgegen der Vorurteile gegenüber den Denkmalbehörden, diese würden engstirnig ausschließlich Ziele des Denkmalschutzes verfolgen, ist es oft auch eine Frage der Einstellung, die man selbst zu "seinem Denkmal" entwickelt. Auch in den Behörden arbeiten Menschen. In Denkmalamt sind es Menschen, deren Aufgabe es ist darauf zu achten, dass das, was unser Land in seiner Gesamtheit ausmacht, nicht einfach so verloren geht. Dieses Ziel verfolgt seit über 50 Jahren auch die DEUTSCHE STIFTUNG DENKMALSCHUTZ. Um Bürgern den Zugang zum Thema Denkmal zu erleichtern, gibt es unter anderem jährlich den "Tag des offenen Denkmals", wo man - unter anderem - erfahren kann, was engagierte Bürger zur Rettung eines alten Wasserturms unternommen haben oder was man sich unter einem traufständigen Satteldachbau mit Eckquaderung vorzustellen hat.

Ein solches zweistöckiges Gebäude mit traufständigem Satteldachbau aus Ziegelstein mit Eckquaderung, Geschlossgliederung und Traufgesims ist nach 1862 im Markt Velden am Marktplatz 31 entstanden. Durch seine Bewohnerin, der Obereisenbuchner Resi, hat es Geschichte bis weit über die Grenzen des Ortes hinaus geschrieben. Denn mit über 95 Jahren steht die Kramerin bis heute in ihrem Laden - und wirkt dabei um einiges frischer als das Denkmal, in dem sie lebt und arbeitet. Wenn die Resi mal nimmer kann, geht dem Markt Velden definitiv etwas verloren, woran dann allenfalls noch das Haus erinnern kann. Nicht immer geht es also beim Bewahren von Denkmälern um die Vermeidung von Putz, der bröckelt. Manchmal geht es um viel mehr. Um Lebenswerke. Und Lebensweise(n).

Deshalb: Lassen Sie uns das Thema "Denkmalschutz" im Markt Velden zu einem Schutz von Lebenswerken machen. Lassen Sie unseren Denkmalen ein Gesicht geben. Wer hat das Haus Nr. 33 am Marktplatz gebaut? Wer hat auf dem Balkon im Haus Nr. 44, dem "Sedlmaier-Haus" die Federn ausgeschüttelt? Wie hat das Leben in der Alten Post im 16./17. Jahrhundert ausgesehen?

Gemeinsam können wir es schaffen, dem steinernen Erbe wieder Leben zu geben. Packen wir's an! Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite!

Denkmalpflege Informationen

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege veröffentlicht Jahr für Jahr eine Vielzahl an Publikationen, darunter auch die "Denkmalpflege Informationen".

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