Presseberichte zur Ortsentwicklung Markt Velden

Geld für kleinere Projekte

aus der Vilsbiburger Zeitung vom 13.09.2017

06/16: Neue Fassaden für Häuser im Ortszentrum

Beitrag in der Vilsbiburger Zeitung vom Samstag, 18. Juni 2016

04/16: Ortsentwicklung Velden schreitet voran

Beitrag im Sonderteil Wirtschaft des Intelligenzblatt Dorfen vom 13.04.2016

03/16: Leerstand beseitigt - neues Leben in der Brunnen-Apotheke
Simone Stachl mit Heike Arnold

Mit der Neueröffnung des Fotografie- & Bodypainting-Studios von Simone Stachl kehrt wieder Leben in die frühere Brunnen-Apotheke ein. Für die international erfolgreiche Künstlerin erfüllt sich mit dem Studio in der Ortsmitte ein Traum.

Text und Foto: Heike Arnold

 

„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ - dieses geflügelte Wort von Dale Carnegie ist sehr viel leichter zitiert als in die Tat umgesetzt. Denn um Träume wahr werden zu lassen, braucht es neben einer Erfolgversprechenden Geschäftsidee, dem fachlichen Können und der Unterstützung von Familie und Freunden immer auch ein Quäntchen Glück.

Für Simone Stachl begann dieses Glück mit einer Nachfrage bei der Gemeinde Velden nach einem freien, bezahlbaren Ladengeschäft. Schon kurze Zeit nach ihrem Telefonat mit Heike Arnold, der Projektmanagerin für Ortsentwicklung, konnte sich die junge Frau mit Apotheker Andreas Schartner die Räumlichkeiten ehemaligen Brunnen-Apotheke anschauen. Und dann ging alles ganz schnell. So schnell, dass es das kreative Multitalent bis zum Tag der offiziellen Eröffnung ihres Fotografie- & Bodypainting-Studios vergangenen Sonntag noch gar nicht richtig fassen konnte.

Moderate Konditionen vs. Leerstand

Ihre „Chance zum Aufbruch“ hätte die quirlige 30-jährige gelernte Erzieherin jedoch nicht wahrnehmen können, wäre man ihr mit den Mietkonditionen nicht entgegengekommen – ein Beispiel, das im Markt Velden Schule machen könnte. Mit der Bereitschaft, Mietpreise für gewerbliche Räume beispielsweise von Umsatz oder Gewinn eines Geschäftes abhängig zu machen anstatt Räume leer stehen und ihrem Verfall preiszugeben, wäre beiden Seiten geholfen. Denn wie Simone Stachl, die mit Hilfe ihrer Familie einiges an Geld und Zeit in die Ausstattung ihres Fotostudios am Marktplatz investiert hat, sind auch andere Mieter gerne dazu bereit, „in die Jahre gekommene“ Räume nach ihren Bedürfnissen und auf eigene Kosten herzurichten. Von der klassischen Win-Win-Situation, die so entsteht, profitiert am Ende durch die Aufwertung des Ortsbildes und die Erweiterung des Sortiments die gesamte Marktgemeinde.

Gründungsklima schaffen

Noch ist das Glück von Simone Stachl, mitten im Ortszentrum des Marktes ein Geschäft eröffnen zu können, ein positives „Einzelschicksal“. Doch Bürgermeister Greimel und Projektmanagerin Arnold sind zuversichtlich, dass ein Prozess des Wandels einsetzen wird. In den vielen Gesprächen und Diskussionen, die über die Entwicklung Veldens geführt würden, sei zunehmend die Bereitschaft erkennbar, über Einzelinteressen hinaus auch in die Zukunftsfähigkeit des gesamten Standortes zu investieren – ein Umdenken in die richtige Richtung.

Für die leidenschaftliche Fotografin und Weltmeisterschaft erprobte Bodypainterin Simone Stachl, zu deren Geschäftseröffnung neben Vertretern des Marktes und der Kirche zahlreiche Gratulanten aus der Nachbarschaft und Freunde aus der ganzen Republik kamen, beginnt nun am Marktplatz 38 in Velden der Geschäftsalltag. Ab jetzt werden nicht mehr Glück und Zufall, sondern kreatives Talent, Können und vor allem zufriedene Kunden über ihre dauerhafte Zukunft „in der Ortsmitte“ entscheiden. Wir drücken ihr die Daumen! ---#


Kontakt: Heike Arnold, PM Ortsentwicklung // Mail: arnold@markt-velden.de // Tel.: 08742-288-28 Foto: Gründerin Simone Stachl mit Gratulantin Heike Arnold, Projektmanagerin für Ortsentwicklung im Markt Velden

02/16: Ortsentwicklung Velden 4.0

Homepage und Infobroschüre informieren über die Ortsentwicklung

Pressebericht der Vilsbiburger Zeitung vom 15.02.2016

11/15: Ein Bewegungspark für alle Generationen

Pressebericht der Vilsbiburger Zeitung vom 03.11.2015

10/15: Ortsentwicklung im Markt Velden nimmt Fahrt auf

Gut besuchter„Runder Tisch“ mit Eigentümern zum Thema Fassaden- und Geschäftsflächenprogramm

Etwa die Hälfte der eingeladenen Eigentümer, deren Immobilien und Grundstücke im Markt Veldener „Fördergebiet“ liegen, nutzten die Gelegenheit, sich am vergangenen Donnerstag, den 01. Oktober 2015 in der Aula der Grund- und Mittelschule Velden über die staatlichen Förderprogramme für Fassaden und Geschäftsflächen zu informieren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den ersten Bürgermeister Ludwig Greimel übernahm Heike Arnold als Projektmanagerin für Ortsentwicklung die Vorstellung der Förderprogramme. Beide belohnen Eigentümer mit staatlichen Zuschüssen, wenn private Baumaßnahmen zur optischen Aufwertung des Ortsbildes beitragen. So sind für die Modernisierung oder Sanierung von Fassaden bis zu 15.000 EUR Förderung möglich, bei Geschäftsflächen beträgt die Förderung bis zu 30.000 EUR. Auch die steuerlichen Vergünstigungen können sich sehen lassen: in den ersten sieben Jahren nach Durchführung der Maßnahmen können bis zu 9 % der Herstellungskosten und in den weiteren vier Jahren danach bis zu 7 % steuermindernd geltend gemacht werden. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass Steuervorteile (erhöhte Abschreibungen/Sonderausgaben) stets abhängig sind von der Höhe des Steuersatzes und der Art der Nutzung der Immobilie (vermietet, eigengewerblich genutzt, privat bewohnt). Ein Beratungsgespräch mit dem Steuerberater ist in jedem Fall empfehlenswert.

 

Sanierungsgebiet Markt Velden - Fassadenprogramm   Sanierungsgebiet Markt Velden
Abb. 1) FÖRDERGEBIET im Markt Velden (Ortsmitte)   Abb. 2) SANIERUNGSGEBIET

 

Da alles Wichtige zum Fassaden- und Geschäftsflächenprogramm bereits in einer Info-Broschüre zusammengefasst und zudem ausführlich auf der Homepage des Marktes Velden abrufbar ist, nahmen sich Bürgermeister Greimel und Heike Arnold im Anschluss an die Präsentation der Basisinformationen Zeit, um Fragen der Eigentümer zu beantworten. Wiederholt warben sie dafür, jederzeit die Unterstützung des Marktes in Anspruch nehmen zu können, sei es in Fragen der Leerstandsbeseitigung, der Erneuerung von Fassaden und Geschäftsflächen oder auch, wenn es um die Umsetzung von Ideen zur Vermarktung von Geschäften und Produkten geht. Besonders wichtig sei es, betonte Heike Arnold, überhaupt und rechtzeitig von Leerständen zu erfahren und von den Eigentümern möglichst ausführliche Informationen über Wohn- und/oder Geschäftsflächen zu erhalten. Nur so könne man potenziellen Interessenten und Investoren qualifizierte Auskunft geben, ohne dass dies in der Konsequenz eine Verpflichtung für Eigentümer oder Interessenten mit sich bringe.

 

Grossansicht in neuem Fenster: BGM Ludwig Greimel und PM Heike Arnold im Dialog mit Eigentümern 

Ebenso wichtig für eine erfolgreiche Ortsentwicklung sei der Zusammenhalt zwischen den Hauseigentümern, gab Heike Arnold zu bedenken: Wenn mehrere sich zusammentun und beispielsweise gemeinsam Farbe kaufen oder gemeinsam spezielle Handwerksleistungen beauftragen, können zusätzlich zur staatlichen Förderung deutliche Einsparpotenziale für den einzelnen Investor entstehen. Wertvoller jedoch als das so Gesparte, sei die Entwicklung eines „Wir sind Velden“-Denkens – ein Denken, das über den eigenen Tellerrand hinausgeht. Sollte dieses „Miteinander und Füreinander“ im Markt Velden erreicht werden, sei kein Ortsentwicklungsziel zu hoch und kein Weg zum Ziel zu weit – davon sind Bürgermeister Ludwig Greimel und Projektmanagerin Heike Arnold überzeugt. Denn beide wissen: Neben den staatlichen Förderprogrammen aus der Städtebauentwicklung und Steuervergünstigungen gibt es andere, sehr attraktive Modelle, mit denen sich Wünsche an eine „lebendige Stadt für alle“ erfüllen lassen – angefangen vom genossenschaftlichen Dorfladen mit Regionalprodukten über kulturelle, soziale, sportliche und künstlerische Maßnahmen bis hin zum „Veldener Markt-Hotel“. In den kommenden Wochen wird der Markt Velden über diese „Alternativen“ ausführlich informieren.

 

Ansprechpartner:

Heike Arnold
Projektmanagerin Ortsentwicklung
Bahnhofstr. 42
84149 Velden
Tel.-DW: 08742-288-28
Mail: arnold@markt-velden.de

Grafiken: Sanierungsgebiet, Fördergebiet
Foto: BGM Ludwig Greimel und PM Heike Arnold stellen Eigentümern das Fassaden- und Geschäftsflächenprogramm des Marktes Velden vor.

08/15: Fördergelder stehen bereit

Vilsbiburger Zeitung vom 28.08.2015

08/15: Neue Stelle für das Ortsentwicklungskonzept

Vilsbiburger Zeitung vom 28.08.2015

11/14: Bericht zur Bürgerversammlung vom 12.11.2014

In der Bürgerversammlung vom 12. November 2014 wurden die Entwürfe der Zielsetzungen und Impulsprojekte für die Ortsentwicklung Velden vorgestellt.

Damit das Zentrum des Ortes auch weiterhin vielfältige Möglichkeiten für den Einkauf und hohe Aufenthaltsqualität bietet, arbeitet die Marktgemeinde derzeit an einem Ortsentwicklungskonzept.

Der Schlüssel sind die Bürger selbst: Ihr Einkaufsverhalten wird in Zukunft den Ausschlag dafür geben, ob sich etwaige neue Fachgeschäfte und vor allem ein Supermarkt im Marktkern halten oder nicht. Auf diesen prägnanten Nenner brachten am Mittwoch die beiden Stadtplaner Jan Vorholt und Ulrike Färber die Erfolgschancen des Ortsentwicklungskonzepts beim Thema Handel. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im Gasthaus Maxlwirt wurden aber auch in weiteren Themengebieten die Ergebnisse der bisherigen Gespräche und Workshops für das Entwicklungskonzept der Öffentlichkeit vorgestellt und erste Schwerpunkte gebildet.

Seit September laufen die Arbeiten am Ortsentwicklungskonzept, mit dem Bürgermeister Ludwig Greimel und die Markträte Leitlinien aufstellen wollen, wie einerseits der Ortskern als attraktiver Einkaufsstandort erhalten werden kann und andererseits eine gedeihliche künftige Entwicklung aussehen soll. In vier Themengebiete gliedern sich die Untersuchungen der beiden mit der Ausarbeitung des Entwicklungkonzepts beauftragten Büros, der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) sowie der Architektengesellschaft für die Stadt (AGS): Von Wohnen und sozialer Infrastruktur über Einzelhandel, Dienstleistung und Versorgung bis zu den Themenfeldern Städtbau/Ortsgestaltung und Tourismus, Wirtschaft und Gewerbe reichte die Bandbreite der bearbeiteten Subjekte.

Diplom-Ingenieur Jan Vorholt von der GMA stellte dabei zunächst grundlegende Untersuchungen vor. So verfüge man in Velden derzeit über rund 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche, aufgeteilt vor allem in das Gewerbegebiet Kleinvelden und den Innenbereich des Marktes. „Im Vergleich zu Kommunen ähnlicher Größe ist das relativ wenig Verkaufsfläche“, sah Vorholt hier durchaus Nachholbedarf. Das Einzugsgebiet für die Veldener Geschäfte und Dienstleister umfasse rund 9000 Einwohner mit insgesamt 46 Millionen Euro Kaufkraft, davon allein in Velden selbst 34 Millionen. „Das ist das, was die Leute in Velden insgesamt für den Einzelhandel in der Tasche haben – nicht das, was sie in Velden ausgeben“, ordnete Vorholt die präsentierten Zahlen ein. Das Angebot in Velden sah er dabei als „noch relativ breit“, obgleich er durchaus die bundesweite Entwicklung einräumte, dass der inhabergeführte Einzelhandel mit Problemen zu kämpfen hat; der Tante-Emma-Laden wurde als Geschäftsmodell von der wirtschaftlichen Macht der Supermarktketten überrollt.

Als eines der zentralen Projekte in den Augen der beiden Stadtplaner wie auch aus Sicht der Bürger kam am Mittwoch immer wieder die Wiederansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Ortskern ins Gespräch. Dies bedinge allerdings seitens des Marktgemeinderates eine Festlegung von Sortiment, das man im Ortszentrum haben will, und von Sortiment, das in den Gewerbegebieten draußen seinen besten Platz hat. „Man kann das Gewerbegebiet weiter ausbauen, muss sich aber dann bewusst sein, dass man damit der Ortsmitte die Luft zum Atmen nimmt“, legte Vorholt die Tragweite künftiger Entscheidungen dar.

Das Sortiment festlegen

Auf jeden Fall stellte der Ingenieur eine geographische Festlegung des Ortskerns und eine parallele Abgrenzung des dort gewünschten Sortiments als wichtige Maßnahme im Rahmen der Ortsentwicklung fest. „Um das Projekt eines Lebensmittlers im Ortskern anzupacken, wird man einen klaren Beschluss des Marktgemeinderates brauchen“, betonte Vorholt. Kein Supermarkt-Konzern entwickle ein Konzept für den ehemaligen Edeka-Markt im Ort, wenn ihm jederzeit woanders ein neuer Discounter dazwischenrutschen könne. Gleichzeitig wies Jan Vorholt auf die Verantwortung jedes einzelnen Bürgers und Konsumenten hin: „Man hat vor Ort ein Grundangebot, das noch da ist. Wie lange das so bleibt, liegt an den Kunden.“

Im Rahmen der Bürgerversammlung am Mittwoch wurde auch eine ganze Reihe konkreter Projekte und Ideen vorgestellt, die als Ergebnis mehrerer Workshops mit Bürgern Eingang in die Planung zur Ortsentwicklung gefunden hatten. Über die Relevanz dieser Projekte konnten die Bürger sogar gewissermaßen abstimmen, indem sie auf Wandtafeln Klebepunkte für diejenigen Projekte verteilten, die ihnen am wichtigsten erschienen. Die von Jan Vorholt detailliert beschriebene Ansiedlung von Einzelhandel im Ortskern lag dabei mit der generellen Aufwertung des Marktplatzes, der Aufwertung der Stengern-Wege, der Idee einer Erlebnisbrauerei samt Hotellerie und einem Parkdeck in der Akzeptanz weit vorn.

Gute Standortbedingungen

Als wichtige Punkte der künftigen Ortsentwicklung sah Diplom-Ingenieur Vorholt in seinem Referat auch den Ausbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Velden sowie Ansiedlung beziehungsweise Erweiterung von Unternehmen. „Da ist noch Luft nach oben“, war er sich sicher. Velden verfüge über grundsätzlich gute Standortbedingungen, unter anderem mit der nahen Bundesstraße, machte Vorholt Bürgern und Kommunalpolitikern Mut, aus dieser Grundlage noch mehr als bisher zu machen. In diesem Zusammenhang brachte Vorholt unter anderem die Ausweisung neuer Gewerbeflächen als Impulsprojekt ins Gespräch. Als solche bezeichneten die beiden Planer Projekte von besonderer Wichtigkeit oder Tragweite. In einem Gespräch mit der Regierung von Niederbayern als zuständiger Stelle für die Zuschüsse im Rahmen der Städtebauförderung habe man diese Impulsprojekte bereits vorgestellt und durchaus positives Echo erfahren, machten die Planer und Bürgermeister Greimel übereinstimmend deutlich.

Vor allem den städtebaulichen Aspekt der Ortsentwicklung beleuchtete am Mittwoch Ulrike Färber. Sie formulierte als erstrebenswertes Ziel der gesamten Anstrengungen, das historische Erbe, das den Ort geprägt habe, zu erhalten. Diese Aussage war sicher nicht zuletzt vor dem Hintergrund zu sehen, dass es bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates durchaus Zweifel an der Schutzwürdigkeit des einen oder anderen Baudenkmals im Ortszentrum gegeben hatte. Vor allem das Gebäude der ehemaligen „Alten Post“ stand im Mittelpunkt dieser Betrachtungen (die VZ berichtete).

Neben der Sicherung und Weiterentwicklung des historischen Erbes sah Färber jedoch auch die Attraktivitätssteigerung des Marktes für seine Bewohner als wichtiges Ziel an. Im Rahmen eines Impulsprojektes zur städtebaulichen Aufwertung der Ortsmitte nannte sie unter anderem die Vorschläge, Sitzgelegenheiten und zusätzliche Gastronomie zu schaffen. Vor Verkehr geschützte Bereiche, ein Fassadenförderungsprogramm für Renovierungen sowie die Einrichtigung eines Jugendcafés oder Seniorenclubs rundeten das bei der Versammlung vorgestellte Ideen-Portfolio ab.

"Viele Hausaufgaben warten auf den Marktgemeinderat" - so lautete das Fazit von Bürgermeister Ludwig Greimel aus der Vorstellung des Entwurfs der Zielsetzungen und der Impulsprojekte für die Ortsentwicklung.

Bürgermeister Ludwig Greimel zeigte sich am Mittwoch einerseits dankbar für das Engagement der Bürger, die sehr zahlreich zur Versammlung in den Maxlwirt gekommen waren. Andererseits war er sich dessen bewusst, dass mit der Ortsentwicklung viel Arbeit und viele Debatten auf die Lokalpolitiker zukommen: „Damit hat der Marktgemeinderat eine Menge an Hausaufgaben bekommen“, meinte er in einem kurzen Schlusswort nach der Präsentation des Konzepts durch Eingebettet in die Vorstellung der generellen Vorgehensweise und der Schwerpunkte bei den Arbeiten für das Ortsentwicklungskonzept wurden immer wieder gesammelte Ideen vorgestellt, was man in Velden alles neu oder anders als bisher machen könnte. Diese Sammlung reichte beispielsweise unter dem Oberbegriff „Einzelhandel, Dienstleistung und Versorgung“ von einem regelmäßigen Wochenmarkt, einem regelmäßigen Marketing für den Ort oder einer Abstimmung der Kernöffnungszeiten der Geschäfte im Markt bis hin zur Realisierung eines Ärztehauses in der Ortsmitte und der Ansiedlung neuer, attraktiver Gastronomie.

Generell seien unter den vorgestellten Ideen zur Ortsentwicklung Mammutprojekte, aber auch kleinere Vorhaben, die schneller erledigt werden könnten. Greimel äußerte in diesem Zusammenhang auch die Hoffnung, dass der Markt noch im Jahr 2015 einen Fuß in die Tür bekomme bei der Städtebauförderung. Aus dieser Förderung sei man in der Vergangenheit herausgefallen, mit dem neuen Ortsentwicklungskonzept hoffe man jedoch wieder auf Fördergelder aus dieser Richtung, hob der Bürgermeister hervor.

Platz für Wohnen und Autos

Auch das Thema „Wohnraum“ blieb bei der Vorstellung des Ortsentwicklungskonzepts nicht ausgeklammert. Dazu erklärte Diplom-Ingenieurin Ulrike Färber vom Büro AGS zunächst, dass die Nachfrage nach Wohnraum in der Ortsmitte wachsen werde – es seien dort aber momentan kaum freie Wohnungen verfügbar. Die Schaffung eines vielfältigen und allen gerechten Wohnraumangebotes sei daher eines der Ziele des Ortsentwicklungskonzepts. In diesem Zusammenhang brachte Färber auch die Idee eines Mehrgenerationen-Wohnprojekts ins Gespräch. Die Planerin konnte sich auch die Entwicklung und Führung eines Leerstandskatasters durch die Marktgemeinde vorstellen, um einen Überblick über verfügbare Flächen zu bekommen. Angesprochen wurde von Färber auch das Projekt eines Parkdecks im Ortszentrum, das möglicherweise auch als Markthalle nutzbar sein könnte.

Im übergeordneten Themenfeld „Tourismus, Wirtschaft und Gewerbe“ konnten sich die Planer außer einer Erlebnisbrauerei mit Hotellerie zur Wiederbelebung der Kultgaststätte im Ortskern auch ein Vermarktungskonzept für Gewerbeflächen vorstellen, außerdem wurde die Gründung eines Unternehmerforums ins Gespräch gebracht. Auch eine Tankstelle für Elektro-Fahrräder wurde aus den gesammelten Anregungen der Bürger heraus vorgestellt.

Auch die Wege über die Stengern sind im Fokus der Ortsentwicklung. „Das gibt es so nicht oft, dieses Bauwerk hat historische Wurzeln und wäre leicht zu reaktivieren“, warb Ulrike Färber für die Veldener Spezialität. Auch eine mögliche Aufwertung der Ortseinfahrten, die Vitalisierung des Bahnhofs und seines Umfelds sowie mögliche Sommernachtstreffpunkte mit Kino oder Public Viewing fanden sich in der Ideensammlung. Hier wäre es auch eine Möglichkeit, die Rolle Veldens als Film-Drehort herauszustellen, immerhin wurden maßgebliche Teile der Serie „Irgendwie und Sowieso“ im Markt gedreht.

 

Foto: Bürgermeister Ludwig Greimel mit Jan Vorholt vom Büro GMA und Ulrike Färber vom Büro AGS

Quelle: Pressebericht in der Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 15.11.2014

09/14: Bericht zur Auftaktveranstaltung vom 18.09.2014

Auf den ersten Blick ist in der Marktgemeinde Velden die Welt noch in Ordnung. Die Bevölkerung wächst leicht, es herrscht Vollbeschäftigung und der Markt sieht nach der Ortskernsanierung vor 15 Jahren auch ganz ordentlich aus. Doch die Zahlen, die Bürgermeister Ludwig Greimel bei dem Informations- und Beteiligungsabend am Montagabend im „Maxlwirt“ präsentierte, sprechen eine andere Sprache: Im Vergleich zu den Gemeinden entlang der Autobahn A 92 befindet sich die „Perle des Vilstals“ auf dem absteigenden Ast. Dieser Tendenz entgegenzuwirken sei die wichtigste Aufgabe in den kommenden Jahren, sagte Greimel.

Man kann die Situation ganz einfach auf den Punkt bringen: Velden zeigt in mancherlei Hinsicht gute Ansätze, doch in Kernfragen der Daseinsvorsorge muss die Kommunalpolitik endlich strategisch handeln und den Blick auf die weitere Zukunft richten. „Unsere Aufgabe ist es, den Finger in die Wunden zu legen“, umriss Stadtplaner Jan Vorholt seine Aufgabe. Vorholt und die Architektin Ulrike Färber sind die externen Experten in dem am Montag angestoßenen Entwicklungsprozess.

Auch Bürgermeister Greimel hat in seinem Einführungsreferat die bestehenden Defizite klar benannt. Ausgehend von der Bevölkerungsentwicklung – Velden bildet bei der Zahl der Geburten unter den 35 Landkreisgemeinden das Schlusslicht – machte er deutlich, dass eine prosperierende Entwicklung des Marktes in erster Linie von Zuzügen abhängt. Und die Zuzügler entscheiden sich bei der Wahl ihrer neuen Heimat vor allem dann für einen Ort, wenn dieser über eine gute Verkehrsanbindung und eine gute Nahversorgung verfügt und zugleich attraktiv ist.

Aber während sich die Bevölkerung im Landkreis in den letzten 30 Jahren verdoppelt hat, ist Velden nur um 10 Prozent gewachsen. Doch eine alternde Gesellschaft bringt keine Einkommenssteuer: Nur etwa ein Drittel der Veldener geht noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach: „Wir hängen insgesamt gesehen etwas hinterher“, sagte Greimel.

Sorgenkind Ortszentrum

Damit Velden den Slogan der Fördergemeinschaft – in Velden leben, in Velden bleiben – nachzukommen kann und als Ort wieder attraktiver wird, stellten die Experten ihren Vorträge die zentralen Fragen voran: Wie kann der Markt Velden insgesamt seine Lebensqualität auch zukünftig behaupten oder weiter ausbauen?? Zweitens: Wie kann das Ortszentrum zeitgemäß und der Qualität des Bestands entsprechend weiterentwickelt werden?? Und schließlich: Wie kann die Wohnattraktivität für die Bürger aller Lebensalter und Lebensformen gesichert und auch im Ortszentrum weiterentwickelt werden??

Das Ortszentrum ist eines der großen Sorgenkinder der Gemeinde: Viele Leerstände, Familienbetriebe, die ohne Nachfolger sind, und der Umstand, dass sich die Lebensmittler inzwischen komplett außerhalb des Zentrums angesiedelt haben, erfüllt manchen Veldener mit tiefer Sorge. Hinzu kommen, wie Prof. Dr. Gerhard Wenzel in seinem Diskussionsbeitrag ausführte, uneinheitliche Öffnungszeiten: „Wenn jemand immer wieder vor verschlossener Tür steht, dann fährt er halt künftig gleich ins Gewerbegebiet.“

Jeder Bürger müsse sich bewusst machen, dass er mit seiner Konsumentscheidung im Prinzip auch Standortpolitik betreibe, sagten die Experten. Denn die Bewohner von Velden haben eine Kaufkraft von 34 Millionen Euro, von der nur ein Bruchteil in Velden ausgegeben wird. Doch damit sich neue Geschäfte im Marktzentrum ansiedeln und wirtschaftlich bestehen können, müsse dort die Einkäufer-Frequenz deutlich gesteigert werden.

Davon abgesehen bezeichneten Färber und Vorholt Velden als attraktiven Wohnstandort: ein historisches Ortszentrum, eine engagierte Bürgerschaft, die Anbindung durch die B?388, ein gutes Rad- und Wanderwegenetz, viele Kunstwerke im öffentlichen Raum, ein gutes Bildungs- und Betreuungsangebot, kostenlose Parkplätze (sofern diese nicht von Mitarbeitern der Geschäfte besetzt sind) und eine gute Versorgung mit Ärzten – soweit dies von der zentralistisch ausgerichteten Kassenärztlichen Vereinigung noch zugelassen wird.

Doch die Referenten benannten auch die Schwächen: Abseits des „berühmten und heiligen Volksfestes“ sei insgesamt zu wenig los – wohl auch, weil es an geeigneten Veranstaltungsräumen oder -sälen mangelt. Architektin Ulrike Färber nannte auch fehlende öffentliche Plätze mit Aufenthaltsqualität als Manko: „Die Ausstattung am Marktplatz ist in die Jahre gekommen und folgt kaum noch einem Gesamtkonzept.“ Beleuchtung, Bänke, das Kunstumfeld und vor allem die Außengastronomie gelte es, in Einklang zu bringen. Und der namensgebende Fluss sei im Ort kaum wahrnehmbar. Als echtes Defizit wurde auch das Fehlen moderner Übernachtungsmöglichkeiten bezeichnet. Die Denkmalpflege brauche dringend einen Neuanfang: „Sie haben einige Schlüsselgebäude, aus denen etwas gemacht werden könnte“, sagte Färber. Und das Angebot des Heimatmuseums sollte man ebenfalls weiterentwickeln.


Neuanfang beim Denkmalschutz

Die Gewerbeflächen lägen willkürlich im Ort verteilt. Die Ansiedlung der Betriebe sei bisher komplett dem Zufall überlassen worden, was jetzt dazu führe, dass sich viele Gewerbebetriebe an ihrem Standort nicht mehr vernünftig erweitern könnten. Und das größte Gewerbegebiet ist statt mit produzierendem Gewerbe mit Einzelhandel belegt.

Im Verlauf der knapp dreistündigen Veranstaltung wurde viel gesagt und aufgezeigt. Am Ende ließen die Referenten einige Ideen – optisch als Seifenblasen gestaltet – aufsteigen: mehr Möglichkeiten für die Kultur, moderner Wohnraum, Übernachtungsangebote, sanierte Denkmäler als vielbeachtete Gebäude und eine Nahversorgung im Ortskern. Auch ein Flussbad an der Vils hatte Ulrike Färber vorgeschlagen. Was am Ende dabei herauskommt, wird die gemeinsame Arbeit von Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft mit sich bringen.

Bürgermeister Ludwig Greimel jedenfalls erwies sich am Montagabend als gründlich vorbereiteter Gemeindechef, dem es auch mühelos gelang, die Debatte immer wieder auf den Punkt zu bringen. „Gute Lösungen schaffen wir nur gemeinsam“, sagte er in der Diskussion. „Die besten Pläne nützen nichts, wenn wir nicht in großer Mehrheit davon überzeugt sind und sie zusammen anpacken.“

Seinem Engagement ist wohl auch zu verdanken, dass Velden mit diesem Projekt „Chance zum Aufbruch“ von der Obersten Baubehörde und der Regierung von Niederbayern als Mustergemeinde in ein Förderprogramm aufgenommen wurde. Deshalb drängt die Zeit: Bis Ende Oktober muss die Gemeinde konkrete Vorhaben fürs nächste Jahr anmelden.

 

Bericht von Georg Soller

Quelle: Vilsbiburger Zeitung vom 18.09.2014