Die 1200-jährige Geschichte Veldens

21. Jahrhundert (2001 n. Chr. - heute)

2023: Der Markt Velden wird 1.250 Jahre alt

2016: Das Marktwappen feiert 500. Geburtstag, der 300. Petersmarkt findet statt

2013: Neubau Kinderhort/Kinderkrippe

2008: Neubau des Feuerwehrhauses.

2002: Die neue Doppelsporthalle wird in Betrieb genommen.

Der Markt Velden im 21. Jahrhundert ...

20. Jahrhundert (1901 - 2000 n. Chr.)

1983: Dreharbeiten zur BR-Kultserie "Irgendwie und Sowieso"

1976: Die biologische Kläranlage nimmt ihren Betrieb auf

1973: 1200-Jahr-Feier von Velden

1969: Das Gemeindezentrum „St. Andreas“ wird für die evangelischen Mitbürger errichtet

1968: Wegen Unrentabilität wird der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Velden-Dorfen eingestellt

1967-73: Es entsteht ein neues Schulgebäude mit Turnhalle und Sportplatz

1957: Das erste Volksfest wird abgehalten

Während der beiden Weltkriege: Unheil und Nationalsozialismus „kontrollieren“ den Markt. Nach mühsamen Nachkriegsjahren, in denen viele Flüchtlinge und Vertriebene unterzubringen waren, folgte in den 1960er Jahren der Aufschwung.

Das 20. Jahrhundert im Markt Velden - eine Zeitreise von 1957 bis 1983

19. Jahrhundert (1801-1900 n. Chr.)

Nach zweijähriger Bauzeit wurde Heiligabend 1898 die Bahnlinie mit Zustimmung des Prinzregenten Luitpold von Bayern ihrer Bestimmung übergeben.

1865 wurde Velden von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht. Die meisten Holzhäuser wurden zu Schutt und Asche.

1830: In Velden stehen 167 Häuser sowie die Pfarrkirche, das Rathaus, ein Benifiziatenhaus, das Schulhaus, das Armenhaus, sechs Brauereien, sechs Branntweinbrennereien, ein Weinhaus, zwei Bierwirtshäuser, eine Ziegelhütte und eine Getreidemühle.

 

 

Das alte Rathaus, Einzeldenkmal, mit Blick auf den Marktplatz

16./17. Jahrhundert (1601-1800 n. Chr.)

Vom 19. bis 22. Juni 1633 wüten, plündern und verwüsten schwedische Truppen den Markt. Viele Verwundete und Tote waren zu beklagen. Velden wurde zu dieser Zeit so sehr beschädigt und gebrandschatzt, dass der Ort noch im 19. Jahrhundert in einem miserablen Zustand war.

Die "Alte Post", eines der ältesten Einzeldenkmale in Velden aus dem 16. Jahrhundert

15. Jahrhundert (1501 - 1600 n. Chr.)

Im 14. und 15. Jahrhundert bringen Pestepidemien, der Landshuter Erbfolgekrieg (1503–1505) sowie der Dreißigjährige Krieg Not und Elend. Herzog Ludwig X. (Bayern) verleiht 1516 dem Ort das Marktwappen.

Herzog Ludwig X. (Bayern) verleiht 1516 dem Ort das Marktwappen.

14. Jahrhundert (1401-1500 n. Chr.)

Von einer bürgerlichen Selbstverwaltung kann man erst seit 1484 sprechen. Um 1450 wird die stattlichen Pfarrkirche errichtet, die seitdem als Wahrzeichen des Ortes im Vilstal weithin sichtbar ist. 1498 ist das Jahr des Baus des ersten Rathauses in Velden.

Die kath. Kirche "St. Peter", erbaut ca. im Jahr 1450

13. Jahrhundert (1301-1400 n. Chr.)

Seit 1300 saß in Velden auch ein herzoglicher Amtmann, der im Auftrag des Landrichters zu Vilsbiburg die Verwaltung und das Hofmarksgericht im Orte leitete. Wann Velden zum Markt erhoben wurde, ist bis heute ungewiss, da keine Marktgründungsurkunde existiert.

In einer Gerichtsurkunde von 1394 werden die ersten Bürger von Velden genannt. Hierin wird ein Indiz dafür gesehen, dass Velden um diese Zeit bereits das Marktrecht besaß.

Abb. rechts:
„Bayern nach der Teilung 1392“ von Lencer - own work, used:Die vier Herzogtümer nach der Teilung von 1392, Haus der Bayrischen Geschichte (HDBG)Minimap created with Heiliges Römisches Reich um 1400.svg by LencerGeneric Mapping Tools. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

„Bayern nach der Teilung 1392“ von Lencer

12. Jahrhundert (1201-1300 n. Chr.)

1224 erwerben die Wittelsbacher die Vogtei in Eberspoint. 1295 wird Velden erstmals als Hofmark erwähnt.

9.2.1295 - An diesem tage geben Otto, Ludwig und Stephan pfalzgrafen am Rhein und herzoge von Bayern dem bischof Heinrich von Regensburg, dem sie die die bischöflichen hofmarken Velden (a. d. Vils) und Eberspoint umschließenden grafschaftsgerichte verkauft haben, das versprechen, daß sie diese gerichte, da sie dieselben vom reiche zu lehen trügen und da deren abgrenzung eine teilung (schmälerung) von grafschaften des herzoglichen landes erfordere, mit vorbehalt eines rückkaufes um 1140 pfund regensburg. pfenn. dem könig behufs übertragung an den bischof auflassen werden und daß sie vom könige bis zum Georgstage (apr. 24) auf eigene kosten eine bestätigung des verkaufes sowie eine besondere teilungsbewilligung erwirken wollen. [Dat. et act. ap. Griezbach, 1295, V id. febr.].

RI VI,2 n. 541, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1295-02-09_1_0_6_2_0_549_541

Otto III. von Bayern als Otto/Béla V. von Ungarn, stammte aus dem Geschlecht der Wittelsbacher. 1920 wurde Otto III. zum alleinigen Herrscher von Niederbayern. Er starb anno 1312 in Landshut.

11. Jahrhundert (1101-1200 n. Chr.)

Die seit 1180 regierenden Wittelsbacher versuchten ihr Territorium und ihre Macht auch in Velden auszuweiten. 

Otto I. der Rotkopf (* um 1117 wohl in Kelheim; † 11. Juli 1183 in Pfullendorf) aus dem Geschlecht der Wittelsbacher war seit 1156 als Otto VI. Pfalzgraf von Bayern und von 1180 bis zu seinem Tod Herzog von Bayern. Mit seinem Aufstieg zum Herzog begann die Herrschaft der Wittelsbacher über Bayern, die erst im Jahre 1918 endete.

Grab von Otto I. von Wittelsbach im Kloster Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen

10. Jahrhundert (901-1000 n. Chr.)

Eine Urkunde vom 12. August 903 bestätigt, dass der Sohn des Kaisers Arnulf, Ludwig das Kind, den Königshof Velden mitsamt Leibeigenen, Gebäuden, Brücken, Wäldern und Wassern dem Bischof von Regensburg geschenkt hat.

Hinweis:
Was unter dem Begriff "Königshof" oder auch "Königspfalz" zu verstehen ist, erfahren Sie auf Wikipedia unter diesem Link.

Quelle Abb. rechts:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Awarenmark-frankenreich.png#/media/File:Awarenmark-frankenreich.png

Quelle: Wikipedia, siehe Link im Text

9. Jahrhundert (801-900 n. Chr.)

818 lässt der adlige Ellanmar neben der Vils eine Kapelle erbauen. Somit besaß das Verwaltungsgebiet Velden auch ein Kirchenzentrum. Um 890 schenkt Aspert, der Kanzler des Frankenkönigs Arnulf, die Kapelle von Velden an das Kloster Sankt Emmeram in Regensburg. Daraus folgte ein gewichtiges Mitspracherecht des Bischofs von Regensburg in der Region. Velden gehörte zwar noch zum Bistum Freising, verlor aber seine Stellung als Königshof. 

Abb. rechts:
„Porträt Kaiser Arnolfs“ von unbekannt - Scan aus Buch: Franz Fuchs und Peter Schmid (Hrsg.): Kaiser Arnolf. Das ostfränkische Reich am Ende des 9. Jahrhunderts. Regensburger Kolloquium, 9. – 11. 12. 1999. München 2002. Lizenziert unter Bild-PD-alt über Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Portr%C3%A4t_Kaiser_Arnolfs.jpg#/media/File:Portr%C3%A4t_Kaiser_Arnolfs.jpg

„Porträt Kaiser Arnolfs“ von unbekannt

8. Jahrhundert (701-800 n. Chr.)

Velden wurde erstmals 773 als Herzogshof „Feldin“ erwähnt. Vermutlich existierte Velden bereits vor 773, doch dies ist durch keine archäologischen Funde belegt. Die geografische Lage spricht dafür, dass die Gegend um Velden wahrscheinlich schon zu der Zeit bevölkert war, als das Vilstal noch von Urwald bedeckt war.

Um das 8. Jahrhundert gehörte Velden zum Besitz des Herzogs Tassilo vom Geschlecht der Agilolfinger. Im Jahr 788 setzte Frankenkaiser Karl der Große den letzten agilofingischen Bayernherzog Tassilo ab und machte das bis dahin selbstständige Herzogtum Bayern zu einer Provinz des mächtigen Frankenreiches.

Abb. rechts:
„Baiern unter den Agilolfingern im Jahre 772“ von Johann Christoph von Aretin. Lithographie: Alois Senefelder - Baierns größter Umfang unter den Agilolfingern, Carolingern, Welfen und Wittelsbachern in 4 geographischen Karten dargestellet zur Erläuterung, Quelle: Wikipedia

„Baiern unter den Agilolfingern im Jahre 772“ von Johann Christoph von Aretin.