Burghaberbräu (heute: Gesundheitszentrum Velden)

Burghaberbräu, heute Gesundheitszentrum Velden, Marktplatz 26, Fotoquelle: Archiv Markt Velden
Burghaberbräu, heute Gesundheitszentrum Velden, Marktplatz 26, Fotoquelle: Archiv Markt

HÄUSERTAFEL #02

Der Burghaberbräu war eine von sieben bedeutenden Brauereien vor Ort.

Erzählt wird, dass im Jahr 1592 die Bierbrauer von Velden um Erlaubnis baten, Branntwein brennen und aus­ schenken zu dürfen. Diese Bitte wurde mit folgender Begründung abgelehnt: ,,Wann einer zu morgens Brannt­ wein bei Ihnen trinkt, den er nachher mit Bier ablöscht, über eine Weil gegen die Nacht wieder mit Branntwein anfacht, also diejenigen, die ohnedies gerne trinken, voll und toll werden, sich einer darbei ein drei Tag versitzen darf, Weib und Kind anheimb vergißt und große Unordnung gehalten werde, so muß aus diesem Grunde ihr Ansinnen abgewiesen werden".

Der Burghaberbräu selbst wurde durchwegs - wohl bereits Ende des 17. Jahrhunderts bis 1866 - von der Braudynastie Burghaber geleitet. Namentlich als erster erwähnt ist Hans Burghaber, Wirt bis 1705. Im Jahre 1906 wurde das Gebäude durch Blitzschlag eingeäschert und 1906 bis 1907 in seiner heutigen Größe wieder errichtet.

Im September 1912 zog der Poststall vom Scheckhoferbräu (heute Marktplatz 34) in den Burghaberbräu. Poststallhalter wurde der damalige Inhaber der Brauerei Johann Ernst. Nach einem Jahr Amtszeit ging das Anwesen samt Posthalterstelle an den letzten Posthalter Veldens, Balthasar Stechl, über. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Poststall 1919 im Burghaberbräu aufgegeben. Die Post kehrte „zurück" in den als Postamt umgebauten ehemaligen Tanzsaal der Brauerei Obereisenbuchner am Marktplatz 48.

Nach diversen Besitzerwechseln ist der auch ehemals unter dem Namen Riegersche Brauerei „Zum Burghaber" (bis 1907) bekannte Bräu seit 1930 im Besitz der Familie Sebastian Strohmeier, die das Haus bis 1965 als Gasthaus „Neue Post" führte. Von 1966 bis 1977 pachtete die Familie Andreas Hingerl die Gaststätte.

Anschließend wurde das Erdgeschoss zu einem Verkaufsraum umgestaltet, in dem von 1978 bis 2004 verschiedene Einkaufsmärkte betrieben wurden. 2005 erfolgte der Umbau im Erdgeschoss für das „Restaurant Rossini" und in den übrigen Räumen in ein vom Besitzer Johann Strohmeier selbst geführtes Gesundheits- und Therapiezentrum.

Stand: 2013/14

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