Franzbräu-Stöttnerbräu, später Brauerei Obereisenbuchner

HÄUSERTAFEL #

Die ursprüngliche Lage der Brauerei Franz und Stöttner war auf dem Turnhalleberg (siehe Foto oben). Nach einem Brand im Jahr 1895 wurde die Brauerei an den hiesigen Standort verlagert (siehe Foto unten). Von 1690 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier nachweislich Bier gebraut.

Erster bekannter Braumeister, wohl Namensgeber der Brauerei Franz und Stöttner, war Anton Stöttner, der 1690-1711 der Inhaber der Brauerei war. Viele Besitzerwechsel prägten die Brauerei über Jahrhunderte.

1803 wurde das Gesuch des Bierbrauer Christoph Altinger, Brauer im Franzbräu-Stöttnerbräu bis 1811, weißes Bier sieden zu dürfen, damit auch die armen Leute zu Bier kämen, vom Magistrat abgelehnt.

Der gut situierte Bürger Joseph Eder bewarb sich um das Amt des Posthalters in Velden. So zog die Post im Jahr 1860 mit samt ihrem Postschreiber Michael Dieringer vom Allrambräu an der Hauptstraße 6 an den jetzigen Marktplatz 48. Die Amtszeit des neuen Wirtes Eder dauerte nur wenige Jahre. Er geriet in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten und musste das Amt des Posteditors 1867 abgeben. Die Post zog ein drittes Mal um - in den Scheckhoferbräu, jetzt Markplatz 34.

Ab 1872 bewirkte ein Besitzerwechsel innerhalb der Brauerei Franz/Stöttner auch einen Namenswechsel. Aus dem Franzbräu/Stöttnerbräu wurde die Brauerei Obereisenbuchner. Erster Wirt war Mathias Obereisenbuchner, der bis 1890 die Brauerei führte. Nach dessen Tod leitete seine Witwe Walburga die Geschäfte bis 1910. Der letzte Obereisenbuchner war Ludwig, der im Unternehmen bis 1913 tätig war. Dann wurden die beiden Gebäude besitzmäßig getrennt. Die Familie Barth übernahm das Anwesen. Von 1939 bis 1968 führte die Übernahme durch Ludwig Denk dazu, dass das Gebäude noch heute weitläufig unter dem Namen „Denkhaus" bekannt ist, obwohl die Raiffeisenbank Velden seit vielen Jahren dort ihren Geschäftssitz hat. Im Vordergebäude befanden sich meist 3 verschiedene Geschäfte (Eiscafe/Schmuck/Metzgerei). Im Rückgebäude des Denk-Hauses befand sich seit 1945 ein Kino, welches 1954 durch einen Neubau mit 244 Plätzen ersetzt wurde und dann 1972 schloss. Das Hauptgebäude wurde 1969 von der Raiffeisenbank Velden erworben, abgebrochen und durch einen Neubau, der im Dezember 1970 bezogen wurde, ersetzt.

Ab 1921 quartierte sich die Post erneut in den früheren Tanzsaal der ehemaligen Brauerei ein. Bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1959 fiel der Biergarten der Brauerei, der sich im Westen des Gebäudes befand, einer notwendigen Verladerampe für das Postamt zum Opfer.

1996 erwarb Hans Ossner aus Hackeisberg das Postgebäude, dessen Räumlichkeiten von der Deutschen Post, bis Ende 2003, weiter genutzt wurden.

2004 wurde das Erdgeschoss zu einem Ladengeschäft umgebaut.

Seit 2008 befindet sich hier das Schreibwarengeschäft der Familie Kraxenberger

Velden im Jahr 2013/14