Der Scheckhoferbräu

HÄUSERTAFEL #

Alte Ansicht des Scheckhoferbräu, damals "Gasthaus Zur Post", Quelle: Archiv Markt Velden
Alte Ansicht des Scheckhoferbräu, damals "Gasthaus Zur Post", Quelle: Archiv Markt Velden

Der Scheckhoferbräu war eine von insgesamt sieben Brauereien in Velden, in der wohl schon im 16. Jahrhundert, sicher aber im 17. Jahrhundert, Bier gebraut wurde. Der bisher früheste bekannte Bierbrauer am Ort war Georg Forster, erwähnt im Jahre 1578. Erster nachweislich namentlich erwähnter Besitzer der Brauerei war Georg Scheckhafer, der die Brauerei bis 1708 leitete.

Am 1. März 1867 zog der Poststall vom Franzbräu/Stöttnerbräu vom Marktplatz 48 in den Scheckhoferbräu. Der damalige Inhaber, Georg Reithmeyer (1829-1886), Wirt bis 1886, eröffnete die „Neue Post" und übernahm für fast 20 Jahre das Amt des „Postbeamten" am Ort.

Auch der Verwalter des Poststalls vom ehemaligen Franzbräu, Michael Dieringer, folgte seinem „dritten Herrn" Reithmeyer als Postschreiber. Am 20. November 1869 übergab er nach 25-jährigem Dienst seine Aufgabe an Joseph Grußeder, einem Angestellten der Scheckhaferbrauerei. Dieser war angestellt für den Post- und Telegraphendienst. ,,Das helle und freundliche Expeditionslokal in einem Nebengebäude des Scheckhoferbräus in der  Mitte des Marktes - am schönsten, frequentesten Platz" behielt seinen Standort weiterhin im Scheckhoferbräu. Hingegen zog im Jahre 1912 der Poststall vom Scheckhoferbräu ins Burghaberbräu, heute Marktplatz 26. Poststall und - expedition waren von nun an getrennt. Da kinderlos geblieben, verkauften die Reithmeyers ihr Anwesen an eine angesehene Familie namens Bartholomäus und Ursula Neumeier (gest. 1906 bzw. 1926).

Die Postkutsche wurde mehr und mehr durch Postomnibusse, v. a. aber durch die Eisenbahn und später das Auto - ein sog. ,,Motorpostwagen" ersetzt. Ein Schild am Postlokal warnte mit der Aufschrift:,,Vorsicht bei Annäherung des Motorpostwagens".

Mehrere Besitzerwechsel wie Hübl/Aktiengesellschaft bzw. Brauereigenossenschaft/ Oberwallner/ Schadei/ Denk/ Stanner folgten im Poststall. Letzter Posthalter im Scheckhoferbräu war Alois Dietlmeier. Er kündigte seinen Vertrag mit der königlich bayerischen Postverwaltung am 31. August 1912. Nach 1945 quartierte sich der Poststall nun auch im Burghaberbräu ein. Danach wurde die Brauerei zu einer Brauereigenossenschaft umstrukturiert.

Im Jahr 1939 kauften Franz und Maria Stanglmayr den Gebäudekomplex.

Bis 1950 führte Frau Stanglmayr im Untergeschoss eine Gaststätte. Das Gebäude diente von 1951 bis 1971 als Altenheim. Teile des Anwesens wurden damals abgerissen und das Hauptgebäude sogar um ein drittes Stockwerk erhöht.

Aus der Gaststätte im rechten Gebäudeteil wurde ein Aufenthaltsraum für die Bewohner des Altenheims, links daneben wurde das „Bierstüberl" ins Leben gerufen.

Nach einem weiteren Umbau im Jahr 1971 präsentierte sich die Gaststätte erneut in ihren alten Räumlichkeiten. 2 Jahre später eröffnete Maria und Franz Stanglmayr ihre Metzgerei, die sie bis 2004 erfolgreich führten und dann verpachteten.

Das Restaurant Santorin nebenan führt seit 1983 der griechische Gastwirt Foti Pantilides.